ECONOMIC FUTURE CONSULTING
Betriebliches Rechnungswesen CLEVER und SMART mit Caipirinha!

DER BUCHUNGSSATZ  

"SOLL AN HABEN"


Zu Beginn eines Geschäftsjahres müssen also alle für die Buchhaltung erforderlichen und für ein Unternehmen relevanten T-Konten eröffnet werden, damit sämtliche Geschäftsvorfälle eines Jahres darauf verbucht werden können.

Er ergeben sich dabei allerdings folgende scheinbar nicht leicht zu beantwortende Fragen:

1) Welcher Geschäftsvorfall gehört auf welches Konto - z.B. AKTIV oder PASSIV?

2) Auf welche Seite eines Kontos muss gebucht werden - SOLL oder HABEN?

Mit den Kenntnissen über den Aufbau einer Bilanz und den zugrundeliegenden Ordnungsprinzipien fällt die Beantwortung ganz leicht...

ALGORITHMUS FÜR DAS RICHTIGE BUCHEN

1. Erstelle zunächst die Eröffnungsbilanz und identifiziere die "richtigen" Konten - Aktiv- oder Passiv-Konto, Bestands- oder Vermögenskonto. Es genügt ein Blick auf die Bilanz!

2. Bilde den Buchungssatz "Soll an Haben" zur Eröffnung der EBK!

3. Buche bei den Aktiv-Konten die Zugänge ins Soll, die Abgänge ins Haben!

4. Buche bei den Passiv-Konten die Zugänge ins Haben, die Abgänge ins Soll!

Wie das Buchen auf die einzelnen Konten nun funktioniert wird am Beispiel des Hotels Cuichi mit Aufnahme der ersten Geschäftstätigkeit am 01.07.2020 bis zum Ende des ersten Geschäftsjahres, dem Bilanzstichtag am 30.06.2021 anschaulich demonstriert.

Die angehende Hotelierin hat 250.000 Euro Eigenkapital und bekommt 1.500.000 Euro Fremdkapital zur Verfügung gestellt. Sie hat ein schönes kleines Landgut samt Anwesen für 1.000.000 Euro im Blick und möchte daraus einen kleinen Hotelbetrieb machen. Das Anwesen (Grundstück) kostet 600.000 Euro, das Gebäude 400.000 Euro. Das Hotel soll am 01.10.2020 eröffnet werden. Sie meldet ihr Hotelgewerbe zum 01.07.2020 an.

1. Die Eröffnungsbilanz (EB) zu Beginn der Geschäftsaufnahme sieht wie folgt aus:


Sie resultiert einfach und logisch aus dem hier beschriebenen Bilanzaufbau und den vorgenommenen Transaktionen, nämlich Eröffnung der entsprechenden Bankkonten. Guthabenkonto für das Eigenkapital und Darlehenskonto für das Fremdkapital.

2. Buchungssätze "SOLL an HABEN"

Mit der Eröffnungsbilanz sind gleichzeitig die ersten Bestandskonten (=Bilanzkonten) eröffnet worden. Alle Bestandskonten ergeben sich direkt aus der Eröffnungsbilanz bzw. im weiteren Verlauf der Geschäftstätigkeit aus der Bilanz.

Die Hotelierin hat den Kauf des Grundstücks und des Gebäudes per Überweisung bezahlt. Der Eröffnungsbilanz sind selbst erklärend die entsprechenden Eröffnungsbilanzkonten (EBK) zu entnehmen:

EBK Grundstück, EBK Geschäftsgebäude, EBK Bankguthaben, EBK Kassenbestand auf der AKTIV-Seite und EBK Eigenkapital sowie EBK Darlehen Banken auf der Passivseite.

Daraus ergibt sich auch sofort, ob es sich bei den einzelnen EB-Konten um Aktiv-Konten oder Passiv-Konten handelt. Bei Aktiv-Konten werden ZUGÄNGE ins SOLL gebucht und ABGÄNGE ins HABEN. Bei Passiv-Konten werden ZUGÄNGE im HABEN und ABGÄNGE im SOLL notiert.

IMMER ERST SOLL, DANN HABEN !!!

Es wird immer erst das jeweilige Konto im SOLL angesprochen. Danach wird das "zugehörige" Konto im Haben angesprochen. Das gilt auch, wenn das Konto, das zuerst im SOLL angesprochen wird; ein Passiv-Konto ist.

Der entsprechende Buchungssatz wird dann wie folgt gebildet:

Das Konto, das im SOLL angespochen wird...das Verbindungswort an...das Konto, das im HABEN angesprochen wird und der Betrag:

Bitte beachten - AB = Anfangsbestand... Los geht's:

1. Transaktion --> Einzahlung des Eigenkapitals auf das Guthabenkonto.

Buchungssatz: EBK Bankguthaben an EBK Eigenkapital 250.000 Euro


2. Transaktion -->  Bankdarlehen wird im Darlehenskonto per Knopfdruck generiert und auf dem Konto Bankguthaben gutgeschrieben.

Buchungssatz: EBK Bankguthaben an EBK Darlehen Banken 1.500.000 Euro













3. Transaktion -->  Kauf des Grundstückes in Höhe von 600.000 Euro per Banküberweisung.

Buchungssatz: EBK Grundstück an EBK Bankguthaben 600.000 Euro












4. Transaktion -->  Kauf des Geschäftsgebäudes (Landhaus) in Höhe von 400.000 Euro.

Buchungssatz: EBK Geschäftsgebäude an EBK Bankguthaben 400.000 Euro












5. Transaktion -->   Auszahlung Bargeld/Cash in Kasse in Höhe von 50.000 Euro.

Buchungssatz: EBK Kassenbestand an EBK Bankguthaben 50.000 Euro












Wenn nun sämtliche Eröffnungsbilanzkonten (EBK) über die Eröffnungsbilanz gelegt werden, wird am Ende alles klar:

sämtliche Eröffnungsbilanzkonten wurden richtig angelegt, und es wurden auch alle Transaktionen richtig verbucht. Es gibt 5 EBK und deren jeweilige Salden stimmen exakt mit den Beträgen in der Eröffungsbilanz überein!

Bevor es nun zur Buchung der LAUFENDEN GESCHÄFTSVORFÄLLE geht, müssen zuerst die obigen Bestandskonten aufgelöst werden, indem die dort notierten Eröffnungsbilanzwerte in die T-Konten der laufenden Buchhaltung "vorgetragen" werden.

Transaktion --> Eröffne das laufende Konto "Darlehen Banken" und trage dazu das Bankdarlehen aus dem Eröffungsbilanzkonto Darlehen Banken vor.

Buchungssatz: EBK Darlehen Banken an Darlehen Banken


Steht dabei der vorzutragende Betrag - im Bsp. 700.000 Euro - des betreffenden Eröffnungsbilanzkonto auf einem Passiv-Konto - EBK Darlehen Banken -, dann handelt es sich um einen Abgang von der Sollseite. Der Betrag wird dann als Zugang auf das zugehörige Passiv-Konto - Darlehen Banken - auf der Haben-Seite gebucht. Der Saldo des Eröffnungsbilanzkontos Darlehen Banken ist nach der Buchung gleich Null!

Transaktion --> Eröffne das laufende Konto "Bankguthaben" und trage dazu das Bankguthaben aus dem Eröffnungsbilanzkonto EBK Bankguthaben vor.

Buchungssatz: Bankguthaben an EBK Bankguthaben


Sind alle "laufenden" Konten mit den Anfangsbeständen aus der Eröffnungsbilanz bzw. den Eröffnungsbilanzkonten eröffnet, kann es mit der laufenden Buchung sämtlicher Geschäftsvorfälle des Geschäftsjahres weitergehen...