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MAKROÖKONOMISCHE ENTWICKLUNG

 

Die Vorhersage der zukünftigen gesamtwirtschaftlichen (makroökonomischen) Entwicklung der Realwirtschaft in den USA, in China und in der Eurozone ist nicht leicht, aber durchaus möglich, wenn man über das nötige makroökonomische Know How, extrem hohes ökonomisches Verständnis und vor allem gesunden Menschenverstand verfügt.

An dieser Stelle veröffentliche ich meinen Emailschriftwechsel mit dem Leiter Konjunkturforschung, Prof. Dr. Wollmershäuser, vom 21.06.2017:
Ich habe Herrn Prof. Dr. Wollmershäuser in dieser Mail daraufhin gewiesen, dass die Konjunkturprognosen für 2018 mit großer Wahrscheinlichkeit zu optimistisch sind, und dass die Wahrscheinlichkeit jeden Tag steigt, dass die US-Wirtschaft auf eine Rezession in der zweiten Jahreshälfte 2017 zusteuern wird.

Sie fragen jetzt mit Recht, wo denn diese Rezession geblieben ist, zumindest was die USA betrifft?!

Meine Formulierung ist zunächst klar:

"Zusteuern" heisst, dass die US-Wirtschaft deutlich an Schwung verliert und dann im Laufe des Jahres 2018 in eine Rezession eintreten wird.

Die US-Wirtschaft steuerte spätestens im letzten Quartal 2017 auf eine Rezession zu, die nach meiner Prognose in 2018 auch messbar eingetreten wäre. In Q4 2017 lag das reale Wachstum nur noch bei 0,570 und in Q1 2018 auch nur bei 0,55 Prozent. 

Die US-Wirtschaft befand sich definitiv bereits mitten auf dem Weg in die von mir prognostizierte Rezession als US-Präsident Trump - von mir und auch fast allen anderen Experten und Analysten unerwartet - seine auf extremer Neuverschuldung basierende Steuerreform durch den Kongress brachte. Niemand konnte wirklich damit rechnen, dass Trump seine angekündigte Unternehmens-Steuerreform in diesem Umfang realisieren würde. Denn sowohl das Haushaltsdefiztit als auch die Staatsverschuldung (108 Prozent des nominalen BIP) geben eine solch starke Ausweitung der Neuverschuldung ökonomisch rational gar nicht mehr her. 

In obiger E-Mail an Herrn Prof. Dr. Wollmershäuser verwies ich nicht umsonst auf meine umfassende Analyse zum Zustand der US-Wirtschaft. Am Ende dieser Analyse schrieb ich unmissverständlich und deutlich, dass die Rezession in den USA zumindest aufgeschoben werden könnte, wenn Trump sowohl seine Steuerreform und sein Infrastrukturprogramm durchbringen würde als auch die FED die Zinsen weiter äußerst moderat anheben würde. Dieser unwahrscheinliche Fall trat tatsächlich ein! 

Allerdings ist aufgeschoben bekanntlich nicht aufgehoben. Trump erkaufte mit seiner - in weiten Teilen falschen und nicht nachhaltigen Steuerreform - nochmals Zeit!

Welchen Weg die US-Wirtschaft weiter beschreiten wird, finden Sie ausführlich hier:  EIGENE ARTIKEL auf PAGEWIZZ und hier:  HARTE MAKRODATEN !

Allerdings lag ich mit meiner sonstigen Prognose hinsichtlich China und dem Rest der Weltwirtschaft absolut richtig. Sowohl die Wirtschaft Chinas als auch vieler Industrie- und Schwellenländer befindet sich seit dem zweiten Quartal 2018 spürbar im Sinkflug. Die Deutsche Wirtschaft wuchs in Q3 2018 nicht mehr, sondern schrumpfte. Zudem gibt es genug deutliche Hinweise, dass die chinesische Wirtschaft bei weitem nicht ein reales Wachstum von 6,5 Prozent in Q2 und Q3 2018 erreichte.

Außerdem gab es aufgrund der durch US-Präsident Trump angekündigten Zölle erhebliche Vorziehungseffekte. Der US-Verbraucher fragten erheblich mehr Konsumgüter nach und die US-Unternehmen zogen Investitionen vor und kauften deutlich mehr Investitionsgüter. Die Angst, dass die Importe durch die Zölle deutlich teurer würden, sorgte eindeutig für vorgezogene Ausgaben wie folgende Abbildung klar dokumentiert:

Zurück zur Email-Korrespondenz mit Herr Prof. Dr. Wollmershäuser

Mehr als erstaunlich erachte ich allerdings die Antwort, dass Wirtschafts-forschungsinstitute wie das IfO-Institut keine realwirtschaftlichen Rezessionen vorhersagen können und auch zukünftig keine vorhersagen werden.

"Dennoch geben wir uns viel Mühe bei der Aufarbeitung unserer Prognosefehler und im Großen und Ganzen sieht das gar nicht so schlecht aus, ..."

Die Aufarbeitung der Prognosefehler begann im Übrigen erst nach 2009. Dass nach 2009 die Vorhersagen der Wirtschaftsforschungsinstitute mehr oder weniger gut die gesamtwirtschaftliche Entwicklung getroffen haben, ist keine große ökonomisch Kunst.

Entwickelte Volkswirtschaften wachsen in der Regel aufgrund des vorhandenen Potentials (Arbeitskräfte, Bevölkerungswachstum, technischer Fortschritt) zwischen 0 und 2 Prozent pro Jahr. Zudem war der geldpolitische Stimulus der Notenbanken (FED, EZB, Bank of China, Bank of Japan) gigantisch. Dafür ist das reale Wachstum eigentlich viel zu schwach.

Jeder kann aus der Antwort-Email seine eigenen Schlüsse ziehen.

Die Gründe dafür liegen allerdings auf der Hand...